Thema Digitale Jugendarbeit

… aus Sicht des Bundesministeriums für Arbeit, Familie und Jugend (BMAFJ)

Für junge Menschen sind digitale Räume ein selbstverständlicher Teil ihrer Lebenswelten. Sie spielen digitale Spiele, kommunizieren in Echtzeit mit FreundInnen am anderen Ende der Welt, informieren sich auf Videoplattformen, teilen ihre Kreativität in Form von Videos oder Bildern.

Deshalb ist es umso wichtiger, im Sinne der Lebensrealitäten der jungen Menschen zu handeln, digitale Medien in der Jugendarbeit einzusetzen und sie zu thematisieren. Dadurch soll Eigenverantwortung und das Verständnis für Medienkompetenz gestärkt werden.

Good Practice-Beispiele

Saferinternet.at

Saferinternet.at unterstützt Kinder, Jugendliche, Eltern, in der Jugendarbeit Tätige und Lehrende beim sicheren, kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien.

Österreichischer Jugendpreis

In der Kategorie „Digitale Jugendarbeit“ wurden 2018 und 2019 herausragende Projekte der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit ausgezeichnet, die zur Stärkung der Medien- und Informationskompetenz beitragen.

… aus Sicht der verbandlichen Jugendarbeit

Wie in allen Lebensbereichen spielt die Digitalisierung auch in außerschulischen Kinder- und Jugendorganisationen eine immer größere Rolle. Neben der Nutzung von Social Media Kanälen zur Kommunikation mit Mitgliedern oder der Aus- und Weiterbildung von JugendarbeiterInnen via eLearning sind viele Organisationen auch in der Vermittlung von Medienkompetenz aktiv.

Good Practice-Beispiel

Austrian Players League

Die Austrian Players League, kurz APL, organisiert zahlreiche Events für junge Menschen und unterstützt sie dabei, selbst Veranstaltungen im Bereich eSport zu organisieren. Da die TeilnehmerInnen und Mitglieder zum überwiegenden Teil männlich sind, ist die Förderung von Mädchen ein Anliegen der APL.

… aus Sicht der Interessensvertretung (BJV)

Für die BJV ist v.a. Jugendbeteiligung in der Netzpolitik ein Querschnittsthema. Jugendliche müssen in Diskussionen und Entscheidungen, die diesen für sie zentralen Lebensbereich betreffen, stärker beteiligt und gehört werden. Darüber hinaus geht es der BJV auch um mehr Medienkompetenz und -bildung. Die BJV hat die wichtigsten netzpolitischen Anliegen und Forderungen in ihrem Positionspapier „Jugend und Internet“ zusammengefasst.

Good Practice-Beispiele

Projekt „make IT safe 2.0“

Im Projekt „make IT safe 2.0“ wurden Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren zu Peer-ExpertInnen im Thema sichere Internet-Nutzung ausgebildet. Als Kooperationspartner von ECPAT Österreich organisierte die BJV zwei Workshop-Tage in Wien. Dabei wurde gemeinsam mit Jugendlichen eine Toolbox für Peers und JugendarbeiterInnen entwickelt.

Studie „Mein Netz“

Im Rahmen der Kampagne #MeinNetz (2016) führte die BJV gemeinsam mit IFES eine Studie durch, in der über 400 Jugendliche zum Thema Internetnutzung und Medienkompetenz befragt wurden. Die Studie zeigt u.a. auf, wie Jugendliche ihre digitalen Fähigkeiten einschätzen, wie sie diese in ihrem sozialen Umfeld bewerten (z.B. ihre Eltern, MitschülerInnen oder Lehrpersonen), was sie in der Schule im Hinblick auf Medienbildung lernen und was sie sich hier verstärkt wünschen. Auch Fragen wie Internetnutzung, Betroffenheit von Cyber-Mobbing oder Interesse an netzpolitischen Themen wurden abgefragt.

… aus Sicht der Jugendinformation (BÖJI)

Die Informations- und Medienkompetenz ist in unserer digitalen Gesellschaft zu einer Kernfähigkeit geworden. Dies gilt insbesondere auch für das Feld der Jugendinformation, da die Digitalisierung die Kommunikation und Informationsvermittlung stark verändert hat und das Attribut „jugendgerecht“ immer mehr den Einsatz von Sozialen bzw. Digitalen Medien erfordert. Dies bedeutet für die Jugendinfos u.a. bezüglich der Chancen, Potentiale und konkreten Anwendungsmöglichkeiten der immer neuen Medien auf dem Laufenden zu sein und diese bestmöglich für die Jugendinformationsarbeit sowie für die Förderung von Kompetenzen und die (e-)Partizipation von Jugendlichen einzusetzen.

Good Practice-Beispiel

Auslands-Check

Das digitale Matching-Tool „einfach weg! – Auslands-Check“ bietet jungen Menschen die Möglichkeit, ein zu ihnen passendes Format für ihren Auslandsaufenthalt zu finden. Aufbauend auf einem digitalen Selbst-Test, erhalten die Jugendlichen Vorschläge, welche Auslandsaufenthaltsmöglichkeiten zu ihnen passen könnten.

… aus Sicht der offenen Jugendarbeit (bOJA)

Im Zeitalter der Digitalisierung und Online-Lebenswelten ist digitale Jugendarbeit eine zentrale Komponente Offener Jugendarbeit. Es geht nicht darum eine eigene Art der Jugendarbeit neu zu erschaffen, sondern die digitale Dimension in bestehende Angebote mit einzubeziehen, entweder als Werkzeug, als Inhalt oder auch in Form einer Aktivität. Hierbei sind weniger spezifische Skills vonnöten, sondern vielmehr eine interessierte und neugierige Haltung seitens der Fachkräfte. Wer der technologischen Entwicklung und aktuellen Trends, Spielen und Plattformen grundsätzlich offen gegenübersteht, kann sich von jungen Menschen als ExpertInnen ihrer digitalen Lebenswelt einiges erklären und zeigen lassen.

Fachkräfte Offener Jugendarbeit, die häufig selbst noch mit anderen Medien sozialisiert wurden, sind in der digitalen Jugendarbeit gefragt einen ressourcenorientierten Zugang zur Digitalisierung zu entwickeln, ohne damit einhergehende Risiken aus den Augen zu verlieren. Sie sind Lernende und die Entwicklung dieses Selbstverständnisses ist relevant. Um den digitalen Herausforderungen gerecht zu werden ist eine gemeinsame Strategie hilfreich. Denn digitale Jugendarbeit betrifft alle Fachkräfte und Bereiche und ist umso erfolgreicher, wenn sie gemeinsame Sache des gesamten Teams ist und nicht an ein einzelnes Teammitglied delegiert wird.

Good Practice-Beispiele

Fachmagazin zum Thema „Digitale Jugendarbeit“

bOJA hat sich dem Thema im Rahmen der 11. Bundesweiten Fachtagung Offene Jugendarbeit ausführlich gewidmet und eine Ausgabe des Online-Magazins Explizit dazu erstellt.

Saferinternet-Beirat

Darüber hinaus vernetzt sich bOJA im Saferinternet-Beirat mit anderen wichtigen Stakeholdern aus dem Bereich und hat den Vorsitz des No Hate Speech-Komitees, das sich u.a. mit Fake News und Hass im Internet beschäftigt.

Online-Plattform: digital youthwork

Diese Sammlung von 26 Projekten aus Europa hat zum Ziel, den Sektor Jugendarbeit sowie politische EntscheidungsträgerInnen hinsichtlich digitaler Jugendarbeit zu sensibilisieren.

… aus Sicht der Österreichischen Nationalagentur (NA)

Digitale Jugendarbeit wird im europäischen Kontext folgendermaßen beschrieben: Jugendarbeit, die proaktiv digitale Medien oder Technologien einsetzt bzw. diese adressiert. Sie verfolgt dieselben Ziele und basiert auf denselben Prinzipien wie Jugendarbeit im Allgemeinen und kann in allen Formen der Jugendarbeit eingesetzt werden. Im Zentrum der Debatte in Europa steht die Frage nach den notwendigen Kompetenzen von JugendarbeiterInnen, um ihre Arbeit um eine digitale Dimension zu erweitern. Das Programm Erasmus+: Jugend in Aktion bietet die Möglichkeit non-formale mit online-basierten Lernerfahrungen zu kombinieren.

Good Practice-Beispiel

„Digital Youth Work Conference“

Im Jahr 2017 hat die Österreichische Nationalagentur in Kooperation mit POWYE – Professional Open Youth Work in Europe die „Digital Youth Work Conference“ zum Thema digitale Jugendarbeit in Europa organisiert und die verschiedenen Arten von digitaler Jugendarbeit erörtert. Spannende Erkenntnisse wurden in einem Onlinemagazin zusammengefasst.