Thema Gesundheit

… aus Sicht des Bundesministeriums für Arbeit, Familie und Jugend (BMAFJ)

Das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend sieht es als seine Aufgabe, gesundheitsförderndes Verhalten junger Menschen zu unterstützen und den Mehrwert von Jugendarbeit zur Stärkung der Gesundheit aufzuzeigen. Dies erfolgt unter anderem durch unterschiedliche Gesundheitsschwerpunkte in der Jugendförderung und durch die Mitwirkung in Gremien wie der Österreichischen Plattform Gesundheitskompetenz oder dem Komitee Kinder- und Jugendgesundheit.

Mit „Lebensqualität und Miteinander“ fokussiert eines der vier Handlungsfelder der Österreichischen Jugendstrategie auf die Gesundheit und das Wohlbefinden junger Menschen.

Good Practice-Beispiel

Gesundheitsziele Österreich

Mit der Strategie „Gesundheitsziele Österreich“ soll die Lebensqualität aller Menschen in Österreich verbessert werden und damit zu mehr Wohlbefinden und Gesundheit beitragen. Das Gesundheitsziel 6 widmet sich explizit dem gesunden Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Ein eigenes Komitee Kinder- und Jugendgesundheit begleitet und unterstützt die Umsetzung der Ziele.

… aus Sicht der verbandlichen Jugendarbeit

Egal ob psychische Gesundheit, Suchtprävention, sexuelle Bildung oder körperliche Aktivitäten – Gesundheit spielt in vielen verschiedenen Aspekten eine Rolle in der verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit.

Good Practice-Beispiele

Österreichisches Jugendrotkreuz

Über Website und Social Media Kanäle bietet das Jugendrotkreuz Informationen und Aktivitäten für junge Menschen – speziell zu Gesundheits- aber auch zu zahlreichen anderen jugendrelevanten Themen.

Österreichische Alpenvereinsjugend – risk´n´fun

risk´n´fun ist das Ausbildungsprogramm der Österreichischen Alpenvereinsjugend für die Bereiche Freeride und Klettern. Das Programm folgt dem Risflecting-Ansatz und ist in mehrere, aufeinander aufbauende Ausbildungsmodule aufgeteilt.

… aus Sicht der Interessensvertretung (BJV)

Die BJV setzt sich in unterschiedlichen Gremien in Sachen Kinder- und Jugendgesundheit ein, so zum Beispiel in der Liga für Kinder- und Jugendgesundheit oder im Komitee für Kinder- und Jugendgesundheit. Die Gesundheit junger Menschen ist sowohl in den österreichischen Gesundheitszielen als auch in den Sustainable Development Goals und in den EU Youth Goals verankert. Die BJV versucht, diese Prozesse miteinander zu verschränken und die Zusammenhänge mit anderen Politikfeldern wie bspw. Bildung herauszuarbeiten.

Auch im aktuellen Themenschwerpunkt der BJV zu Klimapolitik (2020/21) spielt Gesundheit eine Rolle. Bei Themen wie Ernährung und Mobilität ist die klimafreundlichere meist zugleich auch die gesundheitsförderliche Variante.

Good Practice-Beispiel

Methodensammlung „Rauchen & Alkohol“

Anlässlich der weitgehenden Vereinheitlichung der Jugendschutzbestimmungen in den Bundesländern erstellte die BJV eine Sammlung bewährter Methoden aus der außerschulischen Jugendarbeit. Sie steht kostenlos als Download zur Verfügung.

… aus Sicht der Jugendinformation (BÖJI)

Die Österreichischen Jugendinfos informieren junge Menschen zu allen jugendrelevanten Themen. Ein Themenbereich, der für junge Menschen, aber auch gesamtgesellschaftlich, immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist Gesundheit – physische & psychische. Darüber hinaus ist Informationskompetenz eine zentrale Grundlage für die Gesundheitskompetenz, unter der man die Fähigkeit versteht, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, um im Alltag angemessene Entscheidungen zur Gesundheit treffen zu können. Die Förderung der Informationskompetenz von jungen Menschen wiederum, ist eines der Hauptanliegen und -ziele der Österreichischen Jugendinfos.

Good Practice-Beispiel

„Gesundheitskompetenz im Setting außerschulischer professioneller Jugendarbeit“

Mit diesem Projekt haben sich BÖJI und bOJA zum Ziel gesetzt, die Vermittlung von Gesundheitskompetenz an Jugendliche durch Fachkräfte der Jugendinformation und der Offenen Jugendarbeit zu verbessern, um letztlich die Gesundheitskompetenz von Jugendlichen in Österreich zu stärken.

… aus Sicht der offenen Jugendarbeit (bOJA)

Gesundheitskompetenz spielt in der Offenen Jugendarbeit eine große Rolle. bOJA, das bundesweite Netzwerk Offene Jugendarbeit beschäftigt sich seit 2014 schwerpunktmäßig mit der organisationalen Gesundheitskompetenz der Jugendzentren und der Mobilen Jugendarbeit in Österreich.

Mit Gesundheitskompetenz ist die Fähigkeit gemeint, gesundheitsförderliche Entscheidungen im Alltag zu treffen. Sie umfasst das Wissen, die Motivation und die Fähigkeiten, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden.

Die Verbesserung der Gesundheitskompetenz ist ein entscheidender Faktor zur Verringerung sozialer und gesundheitlicher Ungleichheiten. Offene Jugendarbeit bietet durch die Schaffung non-formaler Bildungsräume bzw. gesundheitskompetenter Settings gute Voraussetzungen zur Auseinandersetzung junger Menschen mit Gesundheitskompetenz. Fachkräfte nehmen dabei die wichtige Funktion von „role models“ ein.

Good Practice-Beispiele

Leitfäden für Gesundheitskompetenz im Setting außerschulischer Jugendarbeit

Im Rahmen eines mehrjährigen Projekts entwickelte bOJA gemeinsam mit ausgewählten Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit und der Jugendinfos neun Kriterien für die organisationale Gesundheitskompetenz im Setting außerschulischer Jugendarbeit. Die Kriterien beziehen sich auf die Angebote, die Beschäftigten, Vernetzung und Organisationsstruktur der Einrichtungen. Als Konzept zur Entwicklung der Kriterien diente das Wiener Modell für organisationale Gesundheitskompetenz.

Bundesweites Netzwerk und Website „Gesundheitskompetente Jugendarbeit

2016 von bOJA gegründet, finden regelmäßige Treffen von PartnerInnen, ExpertInnen und Interessierten aus dem Bereich zu verschiedenen Themenschwerpunkten statt. Neben Fachinputs finden vor allem Good Practice Vorstellungen statt, um ein Lernen voneinander zu ermöglichen.

Auszeichnung zur gesundheitskompetenten Offenen Jugendarbeit

Seit 2018 können sich Jugendzentren und Einrichtungen der Mobilen Jugendarbeit von bOJA zum „Gesundheitskompetenten Jugendzentrum“ oder zur „Gesundheitskompetenten Mobilen Jugendarbeit“ auszeichnen lassen.

Informationen unter: www.gesunde-jugendarbeit.at

… aus Sicht der Österreichischen Nationalagentur (NA)

Das Thema Gesundheit zieht sich durch viele Aspekte der internationalen Jugendarbeit. Als Ergebnis des europaweiten Beteiligungsprozess „Strukturierter Dialog“ wurden 2018 elf Jugendziele erarbeitet, eines davon (Youth Goal 5) beschäftigt sich spezifisch mit psychischer Gesundheit und einem Ende der Stigmatisierung psychischer Krankheiten. Außerdem thematisieren durch EU-Jugendprogramme geförderte Projekte z.B. Bewegung, Ernährung, Suchtprävention und saubere Umwelt – all diese Themen sind für die Gesundheit junger Menschen relevant. Die Nationalagentur veranstaltete in Kooperation mit dem BKA im Frühjahr 2019 ein internationales Seminar unter dem Motto „Wie gesund ist Jugendarbeit“, um das Thema stärker in den Fokus der Jugendarbeit zu holen.

Good Practice-Beispiel

Wie gesund ist Jugendarbeit

Internationales deutschsprachiges Seminar zum Thema Gesundheit in der Jugendarbeit – Austausch zwischen in der Jugendarbeitet tätigen Personen zu Vermittlung von Gesundheitskompetenz unter Jugendlichen einerseits und gesunden JugendarbeiterInnen andererseits (Stress, Burn-out-Prävention etc.).