Thema Prävention

… aus Sicht des Bundesministeriums für Arbeit, Familie und Jugend (BMAFJ)

Jugendarbeit knüpft an den Lebenswelten junger Menschen an und ist nahe an den Bedürfnissen, Wünschen aber auch Herausforderungen und Sorgen von Jugendlichen. Somit stellt sie den jungen Menschen in den Fokus und leistet präventive Beiträge in allen Lebensbereichen.

Das BMAFJ fördert Angebote der außerschulischen Jugendarbeit, die den Grundsätzen gemäß Bundes-Jugendförderungsgesetz (B-JFG) entsprechen. Ein aktueller Förderschwerpunkt widmet sich der Gewalt- und Suchtprävention. Damit soll die Steigerung von sozialer Kompetenz und Selbstkontrolle unterstützt werden, aber auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Suchtverhalten.

Good Practice-Beispiele

Rauchfrei App

Das BMAFJ unterstützte die Überarbeitung der Rauchfrei App, ein Angebot des Rauchfrei Telefons zur Rauchentwöhnung und zum Rauchstopp. Unter Einbindung von jungen Menschen wurde die App neu gestaltet. Damit werden die Jugendlichen bei der Änderung ihres Rauchverhaltens zielgerichteter angesprochen und durch diesen Prozess begleitet.

Den Infofolder können Sie hier downloaden.

Jugendcoaching

Jugendcoaching ist ein österreichweites Unterstützungsangebot für Jugendliche ab dem Ende der Schulpflicht. In enger Zusammenarbeit mit den Schulen und außerschulischen Angeboten, hilft das Jugendcoaching den Jugendlichen einen individuell passenden Bildungs- oder Berufsweg einzuschlagen.

… aus Sicht der verbandlichen Jugendarbeit

Verbandliche Jugendarbeit begleitet junge Menschen in ihrer Entwicklung und stärkt sie in ihrer Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit. Beim Thema Prävention reicht die inhaltliche Palette von Risikoprävention über Suchtprävention bis hin zu Schutz vor sexueller Gewalt.

Good Practice-Beispiele

Kinderschutzrichtlinie der Evangelischen Jugend

Die Evangelische Jugend Österreich (EJÖ) hat sich zum Ziel gesetzt, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine Kultur der Achtsamkeit zu leben und hat eine Kinderschutzrichtlinie herausgegeben.

Methodensammlung Suchtprävention „Lass dich nicht unterkriegen“

Die immer größer werdende Zahl der Kinder und Jugendlichen mit riskantem Konsumverhalten hat die Roten Falken dazu bewegt, eine Methodensammlung zum Thema Suchtprävention für die Gruppenarbeit zu erstellen.

… aus Sicht der Interessensvertretung (BJV)

In allen Themen, bei denen sich die BJV als Interessensvertretung junger Menschen in politische Prozesse einbringt, setzt sie sich für den Ausbau von Prävention, Beratung und Unterstützung ein. Der BJV geht es dabei auch darum, dass Maßnahmen so gestaltet sind, dass bestärkende und ermächtigende Ansätze stets den Vorzug vor Sanktionen bekommen. Anknüpfungspunkte zum Thema Prävention gibt es u.a. zu den Bereichen Armutsbekämpfung, Gesundheit und Wohlbefinden, Rahmenbedingungen für die Kinder- und Jugendarbeit sowie Chancengerechtigkeit bei Bildung und Arbeitsmarkt.

Im Rahmen ihres Engagements im Netzwerk Kinderrechte sowie in der Liga für Kinder- und Jugendgesundheit setzt sich die BJV auch für die Umsetzung von Kinderschutzrichtlinien im Bereich der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit ein.

Good Practice-Beispiel

Die Österreichische Liga für Kinder-und Jugendgesundheit sieht die Bewusstmachung und die Enttabuisierung von Gewalt und Übergriffen im Kinderbereich sowie die Schaffung einer Gesprächs-, Melde- und Interventionskultur als zentrale Aufgabe. Mit dem Entwurf einer Kinderschutzrichtlinie gehen sie einen weiteren Schritt in Richtung Kinderschutz.

… aus Sicht der Jugendinformation (BÖJI)

Erfolgreiche Präventionsarbeit fußt u.a. auf seriösen und zielgruppengerechten Informationen zu Risiken und vorbeugenden Maßnahmen. Die Österreichischen Jugendinfos informieren junge Menschen zu den Themen Sucht, körperliche und psychische Gesundheit, sowie Jugendschutz, oder auch zur AusBildung bis 18, die darauf abzielt frühe Bildungsabbrüche zu verhindern. Das gelebte Prinzip des „one-stop-shops“ vermeidet dabei Stigmatisierung und erhöht die Niederschwelligkeit des Angebots. Alle Fragen sind erlaubt und werden entweder, dort wo fundiert möglich, direkt beantwortet oder an die richtigen ExpertInnen weitervermittelt.

Good Practice-Beispiele

Infos zur Wahrung der psychischen Gesundheit während der Corona-Krise

Die aha Jugendinfo Vorarlberg hat auf ihrer Website Strategien und Tipps für junge Menschen zusammengestellt, um in der Ausnahmesituation während der Coronavirus-Krise, mit geltenden Ausgangsbeschränkungen und Social Distancing-Maßnahmen, einen kühlen Kopf zu bewahren – damit die Welt in den eigenen vier Wänden nicht komplett aus den Fugen gerät.

„Offline-“ und Online-Publikationen der wienXtra-jugendinfo zu Sucht und Gesundheit

Die wienXtra-jugendinfo hat umfangreiche und inhaltlich vielfältige Informationen zu suchtbezogenen Themen sowie zur körperlichen und psychischen Gesundheit in digitaler und gedruckter Form zusammengestellt.

… aus Sicht der offenen Jugendarbeit (bOJA)

Prävention hat insofern Bedeutung für das Handeln im Kontext Offene Jugendarbeit, als dass die Förderung der individuellen Entwicklung junger Menschen, die Erweiterung von Handlungskompetenzen, Partizipationsmöglichkeiten, die Unterstützung bei Problemen oder in Krisen etc. Jugendlichen dabei hilft mit den Herausforderungen des Alltags besser zurechtzukommen. Offene Jugendarbeit sieht dort hin wo Probleme auftreten (können) und steht den Jugendlichen als kompetente AnsprechpartnerIn zur Verfügung und fördert dadurch deren Resilienz.

Prävention wird in der OJA holistisch betrachtet und im Sinne der Stärkung und Förderung von Jugendlichen thematisiert. Dies betrifft verschiedene Bereiche von Prävention: Primärprävention im Gesundheitsbereich, Gewaltprävention, etc. Gesundheitskompetente Offene Jugendarbeit zielt auf die Förderung von Gesundheitskompetenz ab und bietet viele Ansätze zu primär- und sekundärpräventivem Handeln.

Good Practice-Beispiel

Gesundheitskompetente Jugendarbeit

Außerschulische Jugendarbeit fördert Gesundheit und schafft gesunde Lebenswelten für Jugendliche. Sie bietet unterschiedlichste Lernmöglichkeiten zur Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz. JugendarbeiterInnen nehmen dabei die wichtige Funktion von Role Models ein.

… aus Sicht der Österreichischen Nationalagentur (NA)

Im Programm Erasmus+: Jugend in Aktion können unter den Schlagworten „Wohlbefinden“ und „psychische Gesundheit“ Mobilitätsprojekte durchgeführt werden, die präventiven Charakter haben. Gesunder Lebensstil, Umgang mit Stress oder gewaltfreie Beziehungen unter Jugendlichen sind beispielsweise Themen, die bereits umgesetzt wurden.

Den TeilnehmerInnen an Erasmus+ Projekten Schutz und Sicherheit zu bieten ist ein wichtiges Anliegen des Programms. Die Projekte sollen deshalb einen geschützten Raum bieten, in dem die Rechte jeder einzelnen Person geschützt werden. Zudem hat das IZ als Nationalagentur für Erasmus+: Jugend eigene Richtlinien für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erarbeitet. So soll vor allem in Trainingssettings und in Projekten mit Freiwilligen jegliche Form von Missbrauch und Diskriminierung bestmöglich verhindert werden.

Der Dachverband für offene Jugendarbeit in Vorarlberg (koje) organisierte für JugendarbeiterInnen einen Studienbesuch in Kopenhagen, um sich über innovative Ansätze zur Gewaltprävention zu informieren. Beim Gegenbesuch der KollegInnen aus Dänemark folgte ein Austausch über Konzepte zur Extremismusprävention und Stärkung der Demokratiekultur.